Guerilla ∴ Marketing

Guerilla Aktionen sind ideenreich, oft spektakulär, meist auf sympathische Art unkonventionell und sie verlaufen scheinbar spontan und bieten dem Publikum somit einen hohen Unterhaltungswert. Dies macht sie zum erinnerungswürdigen Aha-Erlebnis.

Amerika befand sich auch in den 80er-Jahren schon einmal in einer Unternehmenskrise, von der damals aber besonders kleinere Firmen betroffen waren. Dies beflügelte den Unternehmensberater Jay Conrad Levinson Idee und Bezeichnung des Guerilla-Marketings mit seinem „Guerilla Marketing Handbuch“ zu ungeahnter Popularität zu verhelfen. Es wurde in 37 Sprachen übersetzt und brachte neue Vitalität für offenbar noch älteres Marketing-Denken.

Guerilla Marketing wurde ursprünglich als kostengünstige Werbestrategie für kleine Unternehmen konzipiert. Heute verwenden jedoch immer mehr auch grössere Unternehmen dieselben Methoden um effekive Markenbildung zu betreiben. Diese sind nicht wie klassische Werbung an feste Werbeplätze gebunden, sondern von dynamischer Art. Mit sogenannter Ambient-Werbung, Virus-Marketing, Buzz-Marketing oder Ambush-Marketing sollen Kunden in ihrem Alltag überrascht und begeistert werden. Und das bei Kosten, die weit unter dem Budget klassischen Marketings liegen.

meister_proper.JPGSo demonstrierte Meister Propper seine Reinigungskraft auf Zebrastreifen in Düsseldorf. Der Bekanntheitsgrad von „Meister Propper“ ermöglichte sogar auf den Markennamen zu verzichten. Und die Botschaft war jedem Passanten ohne weitere Erklärung sofort bewusst: Meister Propper macht einfach alles sauber. Diese Guerilla-Aktion war durch ihre Einfachheit und Unaufdringlichkeit auch für die Passanten besonders sympathisch. Sie hat heute Lehrbuchcharakter und wird besonders oft zitiert.

Guerillamarketing Planen

Guerilla Marketing ist seit ein paar Jahren verstärkt in der Diskussion. Früher als extrem kostengünstige Werbemassnahme ‚erfunden‘, die speziell neuen und kleinsten Unternehmen dienen sollte, springen mittlerweile immer mehr namhafte Unternehmen auf den Zug auf. Zur Illustren Gesellschaft gehören in der Schweiz selbst Firmen wie die Migros.

Doch warum eigentlich wird Guerillamarketing so stark beachtet?

Einerseits liegt dieser Trend bestimmt an der immer grösseren Flut von Werbebotschaften, mit denen Unternehmen Verbraucher regelrecht ‚bombardieren’. Um den Verbraucher gezielter auf sich aufmerksam zu machen, greifen Werbefachleute daher zu immer aussergewöhnlicheren Werbemassnahmen.

Andererseits stehen Unternehmen zunehmend vor dem Problem, mit einem geringen Werbebudget grosse Wirkung zu erzielen. Dafür eignet sich nebst Social Media (Twitter, Facebook, Blog) eben auch Guerillamarketing. Diese Werbestrategie setzt auf ungewöhnliche und unkonventionelle Mittel.

Schliesslich ist Guerillamarketing immer anders, frisch, frech, spektakulär. Es erreicht nicht nur die direkten Zuschauer, sondern bekommt sehr viel Media-Echo.

Wer eine solche Kampagne plant, sollte

* stets von den Zielen ausgehend planen
* ambitionierte aber realisierbare Ziele setzen
* die Besonderheiten des angezielten Marktes und die Mitbewerber recherchieren und beobachten
* für den Guerillamarketingplan sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele vorsehen
* dafür sorgen, dass sich beide Zielsetzungen in jeweils maximal sieben Worte fassen lassen
* die Marketingaktivitäten exakt auf Ihre Zielgruppe ausrichten, um hohe Streuverluste zu vermeiden
* mehrere Marketinginstrumente kombinieren, um flexibel agieren zu können
* bewusst vor Augen führen, wie man sich selbst als Unternehmer sehen will und welches Image anzustreben ist
* festlegen wie viel Prozent des Umsatzes in Marketingmassnahmen fliessen sollen.

Abgekupfert Und ergänzt bei dim-marketing.de, die ihrerseits abkupferte bei ‚Starting-Up‘, einem Magazin für Gründer und junge Unternehmen.

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